Figma MCP live: Kai-Uwe beim UXcamp Europe 2026

Manchmal reicht eine gute Portion Inspiration und eine Nacht, die eigentlich zum Schlafen gedacht war. Unser Product Experience Engineer Kai-Uwe Hella kam als Besucher zum UXcamp Europe 2026 nach Berlin und stand am nächsten Morgen selbst als Speaker auf der Bühne. Sein Thema: Figma MCPs, KI-Workflows und die Frage, wie Designer:innen im richtigen Moment die Kontrolle über ihr Design zurückgewinnen.
Eine Entscheidung um Mitternacht
Das UXcamp Europe ist ein BarCamp: Wer einen Talk halten will, pitcht ihn morgens beim Planning, und das Interesse der Teilnehmenden, per Handzeichen, bestimmt die Raumgröße.
Für Kai-Uwe war es das allererste UXcamp überhaupt und das erste Mal, dass er Teil eines solchen Formats war. Eigentlich wollte er nur zuhören. Doch nach einem ersten Tag voller starker Talks stand für ihn am Abend fest: Er will etwas beitragen. Also setzte er sich mehrere Stunden an seine Session – und stellte sie schon am nächsten Morgen vor. Erschwerend dazu: Es war nicht nur sein erster Vortrag dieser Art, sondern auch noch auf Englisch. Dabei hatte er immer gehofft, seinen ersten Talk auf Deutsch zu halten. Manchmal kommt eben alles auf einmal. Last-Minute-Inspiration kann trotzdem funktionieren.
"I'm still so grateful for yesterday! Every single second of preparation and all the nerves were completely worth it." – Kai-Uwe, im Nachgang auf LinkedIn
70 Leute – und fast nur Fragen
Beim Pitch am Morgen brachte ihm das Interesse der Crowd einen der größeren Räume ein. Am Ende saßen dort rund 70 Personen.
Was dann passierte, ist für ein UXcamp eher ungewöhnlich: Die Session wurde schnell zu einer ausgedehnten Q&A-Runde, die Fragen rissen kaum ab und sie waren konkret. Es ging nicht um Buzzwords, sondern um spezifische Fragen zum Workflow: Wie genau läuft der Loop? Wo liegen die Grenzen? Wie baue ich das in mein eigenes Setup ein? Genau dieses Interesse an der praktischen Umsetzung freut uns als Team besonders. 🤘
Das Problem: KI-gestütztes UI-Design nervt oft mehr, als es hilft
Man baut mit Claude oder einem anderen KI-Agenten ein Design. Alles läuft super – bis man die Farbe eines Buttons ändern oder ein Padding anpassen will. Dann beginnt das Spiel: Änderung beschreiben, Prompt abschicken, warten. Dem Modell beim Generieren zusehen. Und im schlimmsten Fall feststellen, dass das Ergebnis trotzdem nicht stimmt. Also neu prompten und wieder warten.
Was man in Figma in drei Sekunden selbst erledigt hätte, wird zur gefühlten Ewigkeit vor dem Ladebildschirm. Ein unproduktives Ping-Pong, bei dem das Warten die meiste Energie frisst.
Die Wahrheit ist: KI ist genial für Strukturen und für die erste Übersetzung von Design zu Code und zurück. Doch beim Feintuning wollen wir Designer:innen die Kontrolle behalten. Das ist kein Versagen der KI, sondern schlicht der falsche Einsatzbereich für reines Prompting.
Zwei Tools, ein starkes Gespann: Figma MCP und Figma Console MCP
Kai-Uwe stellte zwei Werkzeuge vor, die genau hier ansetzen:
Der offizielle Figma MCP (von Figma) liest Designs und übersetzt sie in framework-spezifischen Code, inklusive Code Connect.
Der Figma Console MCP (Open Source, MIT, von Southleft) arbeitet vollständig über die Plugin-API direkt in Figma: erstellen, ändern, Design-Tokens und Komponenten im großen Stil verwalten, Echtzeit-Awareness für die aktuelle Auswahl und das ohne Rate-Limits.
Beide sind keine Konkurrenten, sondern ergänzen sich: schneller Einstieg und sauberer Code-Handover mit dem einen, volle kreative Kontrolle und Design-System-Tiefe mit dem anderen. Je nach eigenen Tech- und Coding-Skills bilden sie zusammen ein extrem starkes Gespann.
Vom Prompt zum Design-System: der Loop, der die Kontrolle zurückgibt
Im Zentrum von Kai-Uwes Talk stand ein Live-Workflow, in dem Claude nicht nur Designs generiert, sondern direkt in Figma ein ganzes Design-System mit Komponenten aufbaut und überarbeitet:
In Claude Design entstand das Beispiel.
Über den Figma Console MCP wandert es nach Figma.
Dort legt Claude per MCP direkt Komponenten an und baut aus den erstellten Designs ein Design-System auf, während Designer:innen in genau der Umgebung feintunen, in der sie am schnellsten und präzisesten arbeiten.
Bei Bedarf lässt sich das Ergebnis zusätzlich wieder zurück in Code spielen
Das Ergebnis: kein zähes Ping-Pong mehr, sondern ein sauberer Handover. KI dort, wo sie stark ist. Mensch dort, wo Präzision und Ästhetik zählen.
"Stop playing bad ping-pong with Claude just to design. Take back control." – Kai-Uwe
Was das für uns als Team bedeutet
Dass Kai-Uwe sich spontan entschieden hat, einen eigenen Talk beizutragen und mit einem echten Praxisproblem und einer konkreten Lösung überzeugt hat, ist genau die Haltung, für die wir bei 9elements stehen: Wissen teilen und Community aktiv gestalten, statt nur zu konsumieren.
Der Figma-MCP-Workflow ist bei uns übrigens kein Theoriekonstrukt. Wir setzen ihn aktiv ein, um Design und Development enger zusammenzubringen.
Ihr habt Fragen zu Figma MCP, zum Figma Console MCP oder zu KI-gestützten Design-Workflows? Schreib gerne Kai-Uwe auf LinkedIn oder meldet euch bei uns.